Jahreslosung 2007
 
     
     
     
"Siehe, ich will ein Neues schaffen…"  

Gedanken zum Jahreswechsel und zur Jahreslosung 2007 von Landesbischof Ulrich Fischer

Auch im vergangenen Jahr sind Menschen aufgebrochen,in der Hoffnung auf eine neue Zukunft:

Wir denken an Menschen, die einen persönlichen Aufbruch gewagt habenund an jene, die sich nach einem Aufbruch sehnen:
aus Armut, aus Arbeitslosigkeit, aus Situationen, die ausweglos scheinen.Wir denken auch an manchen Aufbruch in unseren Kirchen und Gemeinden, in unserem Staat und unserer Welt.

"Siehe, ich will ein Neues schaffen…"

Auch im vergangenen Jahr haben Menschen Begleitung und Orientierung für ihren Weg gesucht:
Wir denken an Menschen, deren Leben in eine Krise geraten istund an jene, die in Glaubens- und Sinnfragen nach Antworten suchen.

"Siehe, ich will ein Neues schaffen, jetzt wächst es auf…"

Auch im vergangenen Jahr sind Menschen hier angekommen und haben versucht, heimisch zu werden unter uns:
Wir denken an Menschen, die Gäste waren in unserem Land, auf Reisen und bei Besuchen,
als Fans und Spieler bei der Fußball-Weltmeisterschaft.
Und wir denken an Menschen, die auf der Suche nach einer neuen Heimat sind:
nach einem Umzug,
als Flüchtlinge oder Asylsuchende.

"Siehe, ich will ein Neues schaffen, jetzt wächst es auf, erkennt ihr's denn nicht?" (Jesaja 43,19a)

Jesaja - ein Hoffnung stiftender Sehhelfer
Alles Neue muss klein beginnen. Langsam wächst es heran - unbemerkt, unhörbar, unsichtbar: Das neue Leben, das im Mutterleib heranreift, der Erfolg, für den wir vielleicht selbst durch unser Tun den Grund legten,das viele Neue, das uns oft so unverdient zufällt.
Manches Neue entdecken wir erst, wenn es sich ankündigt -durch sichtbare Zeichen, die wir zu deuten versuchen wie den Regenbogen,
oder durch verheißungsvolle Worte, die uns lehren, über den Horizont hinauszuschauen.

"Er weiß, dass Gott mit seiner Kraft, immer wieder Neues zu erschaffen, nicht am Ende ist"

"Siehe, ich will ein Neues schaffen, jetzt wächst es auf, erkennt ihr's denn nicht?" Der Prophet, der diese Worte im Namen Gottes sprach, war ein Meister im Erkennen des Neuen. Er war ein Hoffnung stiftender Sehhelfer. Er deutet die Zeichen seiner trostlosen Gegenwart, all das Unbedeutete, kaum Sichtbare, Unscheinbare. In all dem sieht er den Keim des Neuen. Deutend spricht er Worte der Hoffnung, die helfen, jenseits des Horizonts neue Lebensmöglichkeiten zu entdecken. Er kann dies, weil er an die Schöpfermacht Gottes glaubt. Er weiß, dass Gott mit seiner Kraft, immer wieder Neues zu erschaffen, nicht am Ende ist.

Gott, der Schöpfer des Lebens, erschafft Neues - auch in unserem Leben. Erkennen wir es?

Landesbischof Dr. Ulrich Fischer
 
 
Losungsfahne aus Langensteinbach